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Ein Screenshot des Blogeintrag zur Produktion eines eigenen Podcasts

Vor einiger Zeit schrieb ich in diesem Blog darüber, wie man einen eigenen Podcast starten kann.

Die Tipps in dem Eintrag gelten weiterhin – doch innerhalb des letzten Jahres lernte ich viel dazu. Woran erkennt man überhaupt den Erfolg eines Podcasts?

Hörerzahlen, Likes, Follower: Früher dachte ich Kennzahlen sind alles. Diese Zahlen sind zwar wichtig, aber erzählen nur die halbe Wahrheit. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf abstraktere Werte, die uns genauso viel über den Erfolg deines Podcasts sagen!

1. Wer hört deinen Podcast?

Clicks sind nicht gleich Clicks.

Mittlerweile wird unsere Podcast-Produktion The Investment Turnaround (im Auftrag der AQAL Group) wöchentlich von ca. 80 Personen gehört.

80? Diese Zahl ist doch winzig – oder?

Auf ersten Blick, ja. Im Vergleich zu Deutschlands größten Podcasts, die Hunderttausende Clicks sammeln, ist das eine kleine Zahl.

Dieser Eindruck täuscht aber, denn fast jede dieser 80 Personen ist ein Experte der Weltklasse in nachhaltigen Investments – also genau in der kleinen Zielgruppe unseres Auftraggebers.

Um es noch einfach zu erklären: stell dir vor das Ziel deines Podcasts ist es, Multimilliardäre zu erreichen. Du bekommst „nur“ zwei Clicks pro Folge – aber es sind die Clicks von Bill Gates und Jeff Bezos, die jede Woche treu einschalten. Sie schenken dir 30 Minuten ihrer Zeit. Welchen Preis würdest du für diese Zeit sonst zahlen?

Fazit: Achte nicht darauf, wie viele Personen dein Publikum ausmachen, sondern wer zuhört. Targetiere Menschen, die Einfluss auf deine Nische haben.

ein begeistertes Publikum

2. Wie aktivierbar ist dein Publikum? – Die Echte „Interaktionsrate“

Es gibt viele „Influencer“ in den sozialen Medien, die augenscheinlich mehr als eine Million begeisterte Fans haben. Doch wenn es darum geht, sie zu aktivieren – beispielsweise um Geld zu verdienen, oder eine Petition zu unterschreiben – ist nur ein kleiner Prozentsatz zu bewegen.

Am deutlichsten ist das an sogenannten Instagram-Models zu sehen: junge Frauen und Männer, die sich attraktiv fotografieren lassen und damit unzählige Likes sammeln. Man weiß nichts über ihren Charakter, Ihre Meinungen, und bekommt aus den Kanälen nichts informatives. Auf deren Publikum ist nur verlass, solange die Bilder kommen. Wenn die Influencer eines Tages beispielsweise zur Europawahl aufrufen würden, würden die Like-Zahlen drastisch einbrechen!

Dasselbe gilt für Podcasts: viele Podcaster haben sich in eine zu enge Nische gezwängt, in denen ihre Hörer nur für genau ein Thema einschalten.

Sei nicht das Instagram-Model unter den Podcastern. Umgebe dich mit Zuhörern, die für dich da sind, nicht nur deinen Content!

Wie das geht? Gebe von Anfang an mehr von dir preis, als nur das, wofür du bekannt bist! Der Amerikaner Tim Ferriss macht es vor. Er begann mit dem Buch „Die 4-Stunden Woche” (Affiliate-Link), aber bewegte sich schnell aus dem reinen Thema „Entrepreneurship“ heraus. Indem es sich als ganzheitlicher Mensch präsentierte, lässt er sich in keine einzelne Nische pressen. So ist er vollkommen frei, in seinem Blog, seinen Büchern und seinem Podcast beliebigen Interessen nachzugehen. Seine Fans sind für alles zu begeistern: von Business, über Gesundheit, über seine eigenen Versuche, Drehbücher zu schreiben und besser Zeichnen zu lernen!

1. Wie sehr hilft dir dein Podcast persönlich?

Das Comedy-Podcast-Projekt Zweibert von meinem Kollegen Robert Sladeczek und mir begann als reines Hobby.

Aktuell verwenden wir ungefähr drei Stunden pro Woche für die Produktion und Vermarktung des Podcasts. Das ist eine sehr kleine Zeitinvestition dafür, dass unsere Freunde und Kunden wöchentlich von uns hören und mit uns lachen können.

Doch Aufmerksamkeit von außen ist lange nicht alles, was uns dieser Podcast bringt. Wir stellten sehr schnell fest, wie sehr uns die Aufnahmen helfen, unsere Spontaneität und Improvisation zu üben! Als Produzenten von Comedywerbung müssen wir im Alltag schnell auf lustige Ideen kommen, die wir von A bis Z durchdenken und umsetzen müssen. Durch den Podcast üben wir das ganz nebenbei.

Wenn dein Podcast dir dabei hilft, deine Gedanken besser zu formulieren, und dich mit den Inhalten deiner Wahl tiefer auseinanderzusetzen – mache ihn weiter! Das ist an sich ein großer Erfolg.

Fazit:

  1. Die Qualität, nicht die Quantität der Zuhörer zählt.
  2. Sind deine Zuhörer dir treu, oder springen sie bei Abweichungen von der Norm sofort ab?
  3. Der persönliche Faktor: hast du persönlich Vorteile von der Produktion des Podcasts?

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Albert Bozesan
Albert Bozesan

Albert produziert bei Unleashed Marketing visuelle Medien und schreibt Drehbücher für Spots und Kurzfilme. Seine Arbeiten mit Robert Sladeczek wurden unter anderem mit dem 1. Platz des Deutschen Multimediapreises mb21 ausgezeichnet.

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