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Social Media ist nicht gleich Social Media. Keine Plattform ist identisch – jede erfordert eigene Inhalte, und jede bringt ein anderes Publikum mit sich.

Stelle dir jetzt die Frage, wen du mit deinem Vorhaben überhaupt erreichen möchtest. Arbeitest du an der Marketingstrategie eines großen B-to-C Gamingkonzerns und möchtest Jugendliche erreichen? Oder verkauft dein Unternehmen hochspezialisierte Software an Luxushotels?

Für beide Varianten gibt es einen Platz in Social Media, aber beide brauchen drastisch verschiedene Strategien, auf die du dich entsprechend konzentrieren musst. Jeder Post nimmt seine Zeit in Anspruch. Welche Grafik ist gefragt? Mit welcher Sprache sprichst du deine Kunden am besten an?

Welche Plattformen gibt es denn, und was sind ihre Vorteile und Nachteile?


Facebook (FB)

Feeling: Freundschaftlicher, informeller Austausch von Erfahrungen

Facebook ist das klassische soziale Netzwerk, da man sich nur hier direkt mit seinen eigentlichen Freunden vernetzen kann. Das macht es zu der menschen-nahesten Plattform, auf der man seine Beiträge sehr schnell teilen lassen kann. Facebook hat das größte Potential für Interaktion.

Für welche Unternehmen ist FB geeignet?

  • Kleine und große B-to-C Unternehmen
  • Restaurants/Cafés (einfaches eintragen von Öffnungszeiten, Landkarten, Produkten)
  • Einzelhandel (perfekt für Sonderangebote, Events)
  • Zeitungen/Zeitschriften (durch den viralen Charakter ist FB leider ein Megafon für Falschmeldungen)
  • Künstler/Freelancer
  • Vereine
  • Kleine, persönliche, informelle B-to-B Unternehmen

Für welche Unternehmen ist FB nicht geeignet?

  • (mittel-)große B-to-B Unternehmen (effektiv kein Zugang zu Businessleuten)

Optimale Nutzung:

Poste mindestens einmal täglich ein attraktives Bild deines Geschäfts oder eines Produktes. Schreibe dazu einen Text mit einer Aufforderung zur Interaktion! Wenn du ein Restaurant betreibst, schreibe zu einem Bild deines neusten Nudelgerichts “Welches Getränk passt am besten zu unseren neuen Nudeln?” oder “Tagge die Freunde, mit denen du einen Teller Nudeln teilen würdest!”. Wenn die neue Folge einer beliebten Serie rauskommt, poste ein Bild deines neusten Angebots mit “Damit der Nervenkitzel nicht zu viel wird – unser neuer Rotwein ist heute 50% runtergesetzt!” Sei bei Pop-Culture-Referenzen allerdings vorsichtig, dass du keine Urheberrechtsverletzung begehst. Facebook ist perfekt für persönliche Begegnungen mit deinen Kunden, und hat hohes Potenzial für Viralität.


Instagram

Feeling: Personen- und Experience-bezogene, emotionale Plattform

Instagram ist im Grunde der Foto-Sharing-Service von Facebook. Texte werden hier in den Hintergrund gestellt – die Bilder sind das wichtigste. Ohne Bild oder Video kann man hier auch gar nichts posten.

Für welche Unternehmen ist Instagram geeignet?

  • Restaurants/Cafés
  • Freelancer aller Art (baue eine “Personality” auf!)
  • Fotografen/Filmemacher
  • B-to-C Unternehmen mit physischen Produkten
  • B-to-C Unternehmen mit virtuellen Produkten, aber sympathischen Mitarbeitern/einem schönen Office (weshalb, lernst du gleich)

Für welche Unternehmen ist Instagram nicht geeignet?

  • alle reinen B-to-B Unternehmen

Optimale Nutzung:

Poste aussagekräftige Fotos deiner Produkte auf eine authentische, menschen-nahe Art und Weise. Das bietet sich besonders für Restaurants an, da Instagram von Essensfotos nur so sprudelt. Überlege dir, ob du die Firmenpräsenz selbst vielleicht bleiben lässt und stattdessen eine oder mehrere Personen aus dem Unternehmen in den Vordergrund stellst. Ermögliche deinen MitarbeiterInnen den Zugang zum Instagram-Kanal, und lasse Sie Fotos aus dem Alltagsgeschäft posten! Instagram ist der Ort für charakterstarke, emotionale Beiträge. Nutzer werden von kalten, “perfekten” Fotos abgeschreckt – erlaube also Grobheit.


Twitter

Feeling: Eher kalte, journalistische Interaktion mit Followern

Es ist meine Überzeugung, dass Twitter am beste in Verbindung mit der eigenen Website funktioniert. Als eigenständige Plattform für Beiträge ist Twitter von Natur aus nicht geeignet, alleine durch die beschränkte Anzahl Zeichen und das Massenkonsums-Verhalten der Nutzer. Kein Nutzer möchte mehr als zwei Sekunden mit deinem Tweet verbringen!

Für welche Unternehmen ist Twitter geeignet?

  • Blogger
  • Veranstalter (wie TEDx-Events)
  • Unternehmen, die einfachen Customer Support anbieten möchten
  • Unternehmen mit regelmäßigen (wöchentlichen) News!
  • Politiker/Parteien

Für welche Unternehmen ist Twitter nicht geeignet?

  • Restaurants/Cafés
  • Künstler
  • B-to-B Unternehmen mit spezialisierten, hochpreisigen Produkten
  • alle, die sehr freundliche, persönliche Interaktion mit Followern suchen

Optimale Nutzung:

Tweete kurze Taglines, die den Leser für einen Blogeintrag/Artikel begeistern. Verlinke den eigentlichen Beitrag auf deiner Website mit einem aussagekräftigen Preview-Bild. Wie man entsprechend Beiträge mit attraktiven Previews einrichtet, zeige ich dir gerne! Schreibe mir hier.


LinkedIn/Xing

Feeling: Kalter, professioneller Austausch von Informationen

LinkedIn und Xing überschneiden sich stark in ihrer Kernfunktionalität, weshalb ich sie zusammenfasse. Es handelt sich um rein professionelle Netzwerke – Nutzer treten nur in ihrer Businessrolle auf.

Für welche Unternehmen sind LinkedIn/Xing geeignet?

  • B-to-B-Unternehmen
  • Unternehmen aller Art, die neue Mitarbeiter und Partner suchen

Für welche Unternehmen sind LinkedIn/Xing nicht geeignet?

  • alle anderen

Optimale Nutzung:

Teile unternehmensinterne News, die branchenrelevant ist (für den besten Ansatz, News zu teilen, s. “Optimale Nutzung” von Twitter). Lade Nutzer zu Veranstaltungen ein. LinkedIn und Xing sind die Plattformen, auf denen du dein Unternehmen in ein professionelles Licht rückst. Auf den Netzwerken halten sich keine B-to-C Kunden auf.


Im Allgemeinen ist es ein guter Ansatz, deine Beiträge nicht vereinzelt und unabhängig voneinander zu posten. Versuche, mit deinen Posts eine Geschichte zu erzählen. Nie gab es eine bessere Zeit, seine Mission mithilfe von Storytelling authentisch zu vermitteln.

Wenn du genau herausfinden möchtest, welche Social-Media-Strategie zu deinem Business passt, kontaktiere mich und das Unleashed Team hier! Wir finden es gemeinsam heraus.


Albert Bozesan
Albert Bozesan

Albert produziert bei Unleashed Marketing visuelle Medien und schreibt Drehbücher für Spots und Kurzfilme. Seine Arbeiten mit Robert Sladeczek wurden unter anderem mit dem 1. Platz des Deutschen Multimediapreises mb21 ausgezeichnet.

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